Über Alkohol

Alkohol bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch den zur Gruppe der Alkohole gehörenden Äthylalkohol, der durch die Vergärung von Zucker in unterschiedlichen Grundstoffen gewonnen wird und berauschende Wirkung hat. Äthanol oder Äthylalkohol ist eine klare, farblose Substanz dessen Siedepunkt bei 78,3 Grad liegt. Als Rohstoffe können prinzipiell alle zuckerhaltigen Nahrungsmittel verwendet werden. Neben Weintrauben dienen auch Getreide, Früchte, Zuckerrohr, Melasse, Mais und Kartoffeln als Rohstoff zur Alkoholgewinnung. Der Begriff „Alkohol“ greift auf das arabische Wort „Al-kuhl“ zurück, und wurde aus dem Spanischen übernommen. Al-kuhl hat die Bedeutung „das Feinste“ oder „feines Pulver“. Der Verzehr von Alkohol als Genussmittel ist eine Tradition, die schon über mehrere Jahrtausende bekannt ist, und praktiziert wird. Der Konsum ist allerdings erst im Mittelalter erheblich angestiegen, als Leibeigene und Tagelöhner mit Brot- und Biereinheiten bezahlt wurden. Da zu dieser Zeit die zur Alkoholgewinnung notwendigen Grundstoffe verfügbarer wurden, entwickelten sich mit der Steigerung des Alkoholkonsums auch die Abhängigkeiten.

Die Wirkung des Alkohols hängt nicht nur von der Menge ab, die man zu sich nimmt, sondern richtet sich auch nach der Verträglichkeit, die sich durch Trinkgewohnheiten verändert. Die psychische Verfassung, in der sich der Konsument befindet kann die Verträglichkeit des Alkohols ebenfalls beeinflussen. Somit wird klarer, dass es kaum möglich ist, allein durch die Bestimmung des Blutalkoholspiegels einen Rückschluss auf den Rauschzustand zu ziehen. So steigt mit regelmäßigem Konsum die Verträglichkeit an. In fortgeschrittenem Stadium einer Alkoholabhängigkeit nimmt diese Verträglichkeit jedoch rapide ab. 2-5% des Alkohols werden über die Atemluft, Schweiß und Urin wieder ausgeschieden, während der Hauptteil des Abbaus über die Leber erfolgt. Ist einmal eine körperliche Abhängigkeit vorhanden, wird in der Leber ein zusätzlicher Stoff produziert, der den Abbau des Alkohols unterstützt. So ist die Leber in der Lage, in dreifacher Geschwindigkeit Alkohol abzubauen, was auch die erhöhte Verträglichkeit erklärt. Man kann diesen Vorgang als eine lebensrettende Einrichtung des Körpers betrachten, da der Abhängige in späteren Stadien seinen Konsum mehr als verdoppelt. So ist der täglich erreichte Spiegel der meisten Alkoholiker für einen Menschen mit gesundem Trinkverhalten oft tödlich.

Der Blutalkoholgehalt kann mittels einer Formel (Widmark Formel) berechnet werden:

1. Aufgenommene Menge Alkohol in Gramm berechnen
Menge des Getränks in cl mit Alkoholgehalt in Vol.% und anschließend mit 0,08 multiplizieren.
2. Reduziertes Körpergewicht berechnen
Körpergewicht mit Verteilungsfaktor (0,7 für Männer / 0,6 für Frauen) multiplizieren.
3. Alkoholpegel berechnen
Alkohol in Gramm durch reduziertes Körpergewicht teilen

Beispiel: Mit einem Körpergewicht von 84 Kg habe ich eine Flasche Korn (70 cl) mit 38% vol. getrunken.

1. Aufgenommene Menge in Gramm:

70 x 38 x 0,08 = 212,8


2. Reduziertes Körpergewicht:

84 x 0,6 x = 50,4


3. Alkoholpegel:

212,8 : 50,4 = 4,2


In diesem Beispiel ergibt sich ein Blutalkoholgehalt von 4,2 Promille.